Absichtslosigkeit

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Vom Scheitern der Absichtslosigkeit

Heute morgen wollte ich mich absichtslos den Pferden nähren und spüren, was die Begegnung und Verbindung in mir auslöst.
Nur, meine Pferde und ihre Herde waren in keinsterweise an einer absichtslosen Begegnung interessiert.
Ich wurde eher instrumentalisiert: „Hast du ein Leckerlie für mich dabei?“ Kannst du mir den Zaun zu der guten Weide mit dem vielen Gras aufmachen!“ „Es juckt gerade so, kannst du mich kratzen?“ „und hier bitte auch noch!“
Ich war letzte Woche nicht viel Zeit bei Ihnen. Mich hat die zweite Corona-Impfung ziemlich ausgenockt und dann habe ich auch noch zwei Tage außerhalb gearbeitet.
Heute war der erste Tag seit über einer Woche in der ich für sie wieder greifbar war und Zeit hatte. Vielleicht der falsche Zeitpunkt für Absichtslosigkeit. Heute war intensiver Kontakt erwünscht und wurde eingefordert. Nicht nur von meinen Pferden, sondern von der ganzen Herde.
Körperlich konnte ich ihre Freude spüren, dass ich wieder Teil der Herde bin. Sie haben auf mich gewartet und sind mir hinterhergelaufen. Selbst als ich einen Teil des Zaunes ganz hinten auf der Weide repariert habe, ist die ganze Herde mitgekommen und hat mir dabei Gesellschaft geleistet oder sich ein bisschen Fellkraulen abgeholt.
Meist ist es ja eher umgedreht. Ich komme und möchte etwas von Ihnen. Ich instrumentalisiere sie für die Reittherapie und Persönlichkeitsentwicklung. Dann erwarte ich, dass sie mitmachen und mit meinen Klienten und Teilnehmern in Kontakt gehen. Heute war es umgekehrt. 
Und vielleicht ist es auch nicht absichtslos, wenn ich mit voller Absicht absichtslos sein will.
Ich war erst überrascht, habe mich dann ein bisschen geärgert, dass die Absichtslosigkeit so überhaupt nicht funktioniert und dann war es ein sehr schönes Gefühl der Freude, so willkommen in ihrer Gemeinschaft zu sein. Es hat sich auch schön angefühlt gebraucht zu werden und ihnen etwas Gutes tun zu können. Vielleicht fühlen sie sich ja auch manchmal so, wenn ich mit meinen Klienten zu ihnen komme….




Von Krankheit und Heilung

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Eigentlich wollte ich die Hausaufgabe von dieser Woche machen, aber irgendwie bin ich bei der Meditation von letzter Woche gelandet. Auch gut, es wird schon seinen Sinn haben. Ich war heute bei den Pferden auf der Wiese und hatte Zeit mit ihnen. Meine Schulter tut immer noch ein bisschen weh, wegen den Stutz mit Kjesta vor zwei Wochen. Und dann hat Fuego vor ungefähr 10 Tagen angefangen ein bisschen zu lahmen. Deshalb habe ich die Reittherapiestunden für heute Nachmittag abgesagt. So hatte ich Zeit mich auf die Wiese zu den Pferden zu setzen und die Meditation anzuhören.
Als es darum ging einen Spirit Guide für den Heilprozess einzuladen, ist nicht ein Spirit Guide gekommen, sondern es waren sehr viele Pferde. Mein Spirit Guide war in dem Moment eigentlich die Verbindung zwischen all den Pferden. Das war sehr groß. Ich kenne das. Oft ist es bei mir sehr groß. So groß, dass ich Angst bekomme. Einmal Angst, dass ich mich in der Größe verliere und dann, dass ich der Größe nicht gerecht werde.
Es waren meine Pferde da, und es war waren die Pferde da, die mal in unserer Herde waren. Und die, mit denen unsere Pferde befreundet sind und die sie kennen. Es waren aber auch noch andere Herden dabei. Die Herde von Waltraud, wobei ich ihre Pferde kaum kenne und die Herde von Natalie. Ich glaube auch die Herde von der Lisa, obwohl ich dir überhaupt nicht kenne. Und es waren Pferde von meinen Freunden dabei.
Zwischen all diesen Pferden waren silberne und goldene Fäden. Ein Netzwerk der Pferde, alle miteinander verbunden. Die Pferde haben mir dieses Netzwerk gezeigt. Es hat geleuchtet und geschillert. Ich bin eingeflochten in diesem Netzwerk. Das Wort "Vertrauen" kam zu mir. Nichts tun, nur da sein, an seinem Platz sein. Das fällt mir schwer, weil ich immer das Gefühl habe, ich müsste was tun.
Ich habe versucht Fuego zu fragen, was er bei seinem Humpeln braucht. Es war ganz viel Freude zu spüren, dass ich bei ihm und im Netzwerk bin.
Vielleicht humpelt er nur, damit ich Zeit habe im Netzwerk zu sein bzw. diese Erfahrung zu machen.
Ich habe gerade so viele Anfragen, dass ich gar nicht mehr weiß, wie ich sie noch bedienen soll. Der Sturz mit Kjesta vor 2 Wochen hat mich sehr schnell und sehr klar aus meinem Hamsterrad geholt. Ich hatte Zeit zu spüren, wie sehr mich das Leid der Menschen in dieser Pandemie beschäftig und wie sehr ich mich verantwortlich fühle, ihnen Hilfe anzubieten. Ich weiß, dass ich Konzepte und Methoden habe, Menschen dadurch zu begleiten und ich schaffe es nicht immer, Nein zu sagen. Mir ist klar geworden, dass es nicht meine Verantwortung ist, alle Menschen durch diese Krise zu begleiten, sondern nur ein Paar.

Tierkommunikation

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Tierkommunikation

Ich sitze bei unseren Pferden in der Heuraufe.
Ich frage die Pferde in welchen Situationen wir besonders gut harmonieren.
Die Antwort von Franz kommt promt: "Wir harmonisieren besonders gut, wenn du mir essen bringst. Nicht gut harmonisieren wir, wenn du es mir zu langsam bringst."

Fuego: "wir harmonisieren besonders gut, wenn wir zusammen arbeiten. Wir harmonisieren gut wenn wir eine Reitstunde bekommen und gut bei der Reittherapie, wenn wir zusammen Klienten haben. Wir sind gute Kollegen."

Kjesta: "wir harmonisieren besonders gut, wenn wir zusammen leben wenn wir uns Zeit lassen und ruhig sind. Nicht gut harmonisieren wir, wenn du schnell etwas von mir willst."

Maike zu Fuego: "wir harmonieren nicht gut, wenn ich dich von der Koppel oder aus dem Paddock holen will und du einfach stehen bleibst. Ich weiß dann nicht was ich tun soll."

Fuego: "Du sollst nicht einfach so über mich bestimmen. Du kommst in mein Leben und meine Herde und nimmst mich einfach mit. Ich arbeite gerne mit dir, aber ich will nicht einfach funktionieren. Ich möchte gesehen und geliebt werden."

Maike: "Aber du kommst trotzdem nicht einfach mit, selbst wenn ich dich sehe und liebe und wir in guter Verbindung sind"

Fuego: "Ja, weil es Spaß macht. Du regst dich dann immer so lustig auf. Ich weiß, dass ich das nicht ernst nehmen muss und es gefällt mir dich so zu sehen. Es ist süß."

Kjesta: "Ich habe Angst, dass du mir essen weg isst und ich nicht satt werde." (Kjesta kann manchmal sehr heftig reagieren, wenn ihr ein Mensch oder Pferd zu nah kommt, wenn sie isst)
Maike: "Ich habe dir noch nie dein Essen weg gegessen!"
Kjesta: "Wir können dann harmonieren, wenn du gehst, wenn ich esse. Ich finde das nicht gut, wenn du zu nah bist. Ich will nicht, dass du mir zu kuckst. Du musst meine Macke aushalten, dass ist dein Job als Besitzerin."

Am nächsten Tag spreche ich Kjesta noch mal auf ihr Verhalten beim Essen an.
Maike: "Kjesta, du weißt, dass wir an deiner Macke wegen dem Essen arbeiten können. Du musst nicht mit dieser Macke und der Angst zu wenig zu bekommen leben."
Kjesta: "Ja ich weiß, aber das ist gerade nicht mein Thema. Mich beschäftigt gerade viel mehr zu lernen, wie ich eine entspannte Leitstute sein kann. Mich setzt es unter Stress, wenn ein anderes Pferd aus der Herde mit einen Menschen weggeht. Dann kann ich mich nicht entspannen. Ich bin für die Herde verantwortlich und wenn ein Pferd unterwegs ist, kann ich nicht auf es aufpassen. Ich kann nur entspannen, wenn alle da sind und wenn ein Zaun um uns herum ist. Weil dann kann keiner einfach gehen oder in verschiedene Richtungen weggehen. Ich kann jetzt verstehen, warum Menschen Pferde in Boxen stellen. Dann wissen sie immer wo sie sind und müssen keine Angst und Sorgen um sie haben."
Maike: "hast du eine Idee was du brauchst, um eine entspannte Leitstute zu sein?"
Kjesta: …. Vertrauen…. (kommt ganz leise).

Wir sind uns voller Liebe ganz nah

Scheitern

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Ich scheitere an meinem Wunsch alles korrekt zu machen.

Tausend Entscheidungen sind täglich nötig. Wenn ich alle gut und durchdacht erledigen möchte, dann erschlägt es mich. Dann habe ich den Wunsch mir die Decke über den Kopf zu ziehen und entweder zu Puzzeln oder ausreiten zu gehen und bestimmt nichts zu entscheiden, wovon ich zu wenig Ahnung habe, was viel Geld kostet, und wo ich auf die Empfehlung anderer angewiesen bin.

Hier nur mal eine Auswahl was mich heute schon alles beschäftigt hat:
Wir wollen gerade unsere Stallhelferin über den Verein einstellen. Dafür braucht der Verein eine Betriebsnummer und ein Berufsgenossenschaft. Brauchen wir dann nicht auch noch eine Betriebshaftpflicht?
Wenn das dann mal alles steht, kann ich dann auch Angebote über den Verein anbieten? Kann ich mir dann als Gruppenleiter eine Rechnung als Vereinsvorsitzende Schreiben? Muss ich dann das Verleihen meiner Pferde dem Verein in Rechnung stellen? Und ist darauf dann Mehrwertsteuer zu zahlen, weil, dass ist dann ja keine Heilbehandlung. Andererseits ist der Verein ja gemeinnützig.....
Genauso viele Gedanken mache ich um meinen gerade gekauften, aber noch nicht eingerichteten neuen Computer. Mein, noch-nicht-entschieden-sein für ein neues Handy. Oder soll ich einfach ein altes, geschenktes benutzen. Aber wie bekomme ich da meine Daten drauf, wenn ich die Betriebssysteme wechsle.....
Die Weidepflege: sollen wir dieses Jahr Gras neu aussähen oder nicht? Welches Gras? Bio oder nicht Bio? Was ist für dicke Ponies und Sumpfwiesen geeignet? Und wer macht das?
Kjestas Sarkoid: behandeln ja oder nein? Und wenn ja, dann wie? Schulmedizinisch oder Alternativ? Oder doch lieber erst mal was fürs Immunsystem verändern.
Bei meinem Auto gehen ständig die Lichter kaputt. Da weis ich zumindest schon was zu tun ist. In meine Werkstatt Fahren und den netten Mechaniker die Birne wechseln lassen. Oder soll ich mir gleich mal zeigen lassen, wie das geht, damit ich nicht alle drei Monate vorfahren muss. Oder sollte ich nicht lieber gleich das Auto durchchecken lassen, weil, irgendwas stimmt ja nicht, wenn immer die Scheinwerfer kaputt gehen....

Da sind so viele Entscheidungen notwendig über Dinge, von denen ich keine oder zu wenig Ahnung habe. Gleichzeitig habe ich zu viel Ahnung von all den Dingen, die da irgendwie doch noch dazu gehören. Also, mit genügend Naivität und Unwissen kann ich mich auch nicht durchmogeln. Und einfach tun, und einen Fehler zu riskieren .... da habe ich wirklich Angst vor.
Ich denke, deshalb bleibe ich oft hinter meinen Möglichkeiten zurück. Bzw. brauche sehr lange, bis ich von der Idee zur Umsetzung komme.
Wenn ich zurückblicke ist es eigentlich unglaublich, dass ich schon so viel geschafft habe. Zum Glück habe ich außer der Angst, etwas Falsch zu machen, eine unglaubliche Sehnsucht und Hartnäckigkeit, sie mich Schritt für Schritt vorwärts treibt. Das was ich dann erarbeitet habe, das hat Hand und Fuß.
Und zum Glück habe ich Freunde, die mich manchmal einfach an die Hand nehmen und den nächsten Schritt gehen. Ich gehe dann einfach mit, ohne dass mein Gefühl nach abschließenden „ An-alles-gedacht-und-alles-geregelt- zu-haben“, mich hindert.
Ja, und was mir auch hilft, ist dass ich schon viel erreicht habe und auf Erfahrungen zurückblicken kann, dass es doch geht.
Vor 5 Jahren habe ich mich sehr dagegen gesträubt den Stall als Selbstversorger zu übernehmen. Ich war eine echt glückliche Einstellerin. Ohne mich um Stromzäune, Mistentsorgung, Herdenzusammenstellung, Heulieferungen usw. zu kümmern. Inzwischen ist das Kümmern darum fast nebenher und ohne großen Aufwand. Und dann kommen plötzlich neue Aufgaben dazu und ich bin gleich wieder am Zweifeln, ob ich das kann. (z.B. Baumpflege auf der Weide).
Bei Annika konnte ich viel lernen, sie organisiert einfach Jemanden, der sich auskennt, delegiert und gibt solche Aufgaben in Auftrag. Sie ist bereit dafür Geld zu zahlen.
Oder bei Melanie, die fängt einfach an und sucht Freiwillige, die ihr mithelfen. Sie ist bereit Fehler zu machen.

Ich habe meine Herde befragt, was sie mir zu diesen Themen sagen können:
Am lustigsten fand ich Franz Antwort:
Franz: Du bist schon echt umständlich, aber man kann dir ohne zu zögern vertrauen und folgen.
Kjesta: ich habe dich lieb
Fuego: Du hast eine Größe und Stärke in mir gesehen, als ich sie verloren glaubte, nun sehe ich sie in dir, wenn du den Glauben daran mal verliest.
Randl: Du macht das gut. Geh einfach weiter. Schritt für Schritt
Kira (die alt Dame): Es ist so schön in eurer Herde zu sein. Ich bin hier glücklich. Nimm an, was du erschaffen hast.
Kira (Kjestas Fohlen, gerade auf der Fohlenweide): So bist du halt. Wie könntest du anders sein? Das verstehe ich nicht. Jeder ist so wie er ist.
Frekkja (die verstorbene Herdenchefin): Wann lernst du endlich, dass du das nicht alleine machen musst. HERDE!

Unser Ruf

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Mein Ruf führt mich in authentischen Gemeinschaften.
Also, eigentlich nicht direkt in diese Gemeinschaften, da ich, als ich den Ruf und die Sehnsucht verspürt habe, keine solche Gemeinschaft kannte. Ich wollte immer dazugehören und habe viele Gemeinschaften und Gruppen ausprobiert. Mit allen möglichen Ergebnissen: Ich habe Sachen mitgemacht, die ich nicht wirklich gut fand, nur am dazuzugehören. Ich habe mich angepasst und verraten. Ich habe aber auch Gruppen angeführt, so wie ich dachte, dass es stimmt. Aber irgendwas hat immer nicht gestimmt.

Irgendwann und fast zufällig habe ich eine authentische Gemeinschaft mitgegründet, die mich bis heute trägt. Angefangen hat es damit, dass ich Freunde zusammen getrommelt habe, um bei Ihnen die Inhalte der Heros´Journey Instruktor Ausbildung zu üben. Das hat bei uns allen Prozesse ausgelöst. Und Annika hat nach ihrer ersten Heldenreise gesagt: „Maike lass uns einen Ponyhof gründen.“ Ich hatte bei Nathalie gerade die Arbeit und die Kraft der Herde erlebt und war mir sicher, dass möchte ich auch. Also haben wir zusammen mit noch einer Freundin einen Ponyhof nach dem Vorbild einer Herde für Mensch und Pferd gegründet. Also die Ponys konnten Herde ja schon, wir mussten ihnen nur eine geeignete Umgebung schaffen. Dafür habe ich etwas getan, was ich vorher nie gemacht habe. Wir haben den Ponyhof gegründet, ohne vorher alles richtig geregelt zu haben. Unser Stallvermieter wollte, dass wir einen Verein gründen, um auf den Hof Pferde halten zu können. Wir haben einfach den Stall mit Ponys aufgefüllt und den Verein erst über ein Jahr später gegründet. Aber ich glaube, andersherum hätte es damals auch nicht geklappt.
Das tolle an so einer Gemeinschaft ist; ist bin nur noch von Menschen und Pferden umgeben, die mir Kraft geben und die bereit sind gemeinsam zu wachsen. Gerade in Zeiten wie diesen ist das etwas sehr wertvolles. Das Klein- Klein im Alltag ist weg und ich habe Zeit, mich meinem gerade gefühlten Ruf zu widmen:
Ich möchte einen Herdenverband gründen. Das meint einen Zusammenschluss von befreundeten Herden. Den Alltag bewältigt jede Mensch- Pferde- Herde für sich, aber für bestimmte Aufgaben und Herausforderungen tun wir uns zusammen. Wir nehmen teil am Leben der Andren und können uns gegenseitig unterstützen. So in etwa haben wir das schon, aber noch nicht wirklich bewusst in seiner ganzen Stärke.
Dafür möchte ich neuen menschliche Herdenmitglieder, die Möglichkeit geben sich zu integrieren. Gelichzeitig müsse die bisherigen menschlichen Herdenmitglieder damit umgehen, dass Neue dazukommen und damit auch eine neue Rolle für sich finden. Und dann gilt es den Kontakt zu befreundeten Herden zu halten und zu pflegen. Zum Glück muss ich das nicht alles alleine machen.
Ich bekomme zur Zeit ca. 2 mal im Monat Nachrichten wie diese, von einer unbekannten Frau auf Facebook:

Hallo liebe Maike, ich wollte mal fragen, ob du / ihr auf dem Birkenhof gerade Pferde habt, die gerne ein wenig beschäftigt werden möchten. Habe langjährige Erfahrung, seit meinen beiden Kindern kam ich bisher noch nicht dazu wieder mit Pferden zu sein, was ich gerne ändern möchte. Ich habe das Gefühl Kjesta "ruft" oder macht mich auf sich/den Hof aufmerksam so süß alles Liebe zu dir vlG

Zusammen mit Annika werde ich einen Jahresworkshop für neue Stallhelfer und Interessierte menschliche Herdenmitglieder anbieten. Die Ausschreibung läuft. Wenn sie fertig ist kann ich sie euch rumschicken. Und die bisherigen Herdenmitglieder möchten wir gerne die Möglichkeit geben sich als Assistenten und Helfer auszuprobieren....
Ich habe mich entschlossen, diese Antworten von mir hier für die Masterclass nicht nur mit euch, sondern auch mit all den Menschen, die mich in meinem Leben begleiten zu teilen und mich mit ihnen darüber auszutauschen. Ich habe meine Antworten der ersten zwei Aufgaben einfach mal an über 50 Menschen geschickt und gefragt wer Lust hat sie weiterhin zu bekommen... Es gab schon viele schöne Antworten.

Soweit mal mein jetziger Ruf

Ich habe die Brüche in meinem Leben selten als große Umbrüche empfunden, meist sind die wichtigen Veränderungen in meinem Leben eher schleichend und kommen nach und nach in meinem Leben. Wenig spektakulär aber nicht weniger stark und nachhaltig. Meist haben sie sich einfach richtig angefühlt.
Ich habe mich als Reittherapeutin und Therapeutin teilselbstständig gemacht, einfach immer ein bisschen mehr. Zur Zeit habe ich eine 30%-40% Anstellung, für die Sozialbeiträge.
Bei mir ist ein Pferd gestorben und Eins wurde geboren. Ich war verheiratet und wurde geschieden. Ich habe Beziehungen aufgebaut und eingerissen. Ich war schon immer mit Pferden. Es hat eher lange gebraucht bis ich meine Stimme gefunden habe. Ich habe mich eher wenig in der Welt verloren, dafür habe ich mich oft zurückgezogen, bzw. vor der Welt geschützt.
Einen Bruch gab es noch:
Ich habe mit 40 noch mal Psychologie studiert, nachdem ich mich mit meinem Chef sehr gestritten habe. Dafür musste ich mich von meinem „ Baby,“ einer von mir mit aufgebauten Jugendhilfeeinrichtung trennen. Das war sehr schmerzhaft.



Verletzlichkeit

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Ich bin verletzlich bei dem, was mir wichtig ist. Bei meinen Herzensprojekten.
z.B. bei meiner Stallgemeinschaft. Bei meinen Pferden fühle ich mich spannenderweise nicht verletzlich. Bei ihnen habe ich großes zutrauen in sie, dass sie ihren Weg gehen werden. Das sie sich auch unabhängig von mir gut um sich kümmern.
Ich bin bei meiner Stallgemeinschaft verletzlich. Einer Mensch- Pferde-Herde die ich liebevoll und sorgfältig hege. Aus dieser Gemeinschaft ziehe ich meine Energie und tanke Kraft. Das sind die , die in schwierigen Zeiten mit mir sind. Und genau in dieser Gruppe fällt es mir sehr schwer, Veränderungen auszuhalten. Am liebsten möchte ich die Gruppe konservieren. Aber die Pferde und vor allem die Menschen entwickeln sich ständig weiter und ich kann das nicht kontrollieren und steuern. Manche gehen und machen ihr eigenes Ding (in den letzten Jahren wurden insgesamt 8 Pferde gekauft, 3 neue Ställe eröffnet und 2 Selbstständigkeiten mit Pferden erschaffen und auch zwei Ehen geschieden) Und jetzt kommen gerade viele neue Menschen, die mitmachen möchten und das bringt mich schon wieder durcheinander. Zum Glück sind ein paar Menschen stabil dabei und helfen mir, damit umzugehen.
Vielleicht muss ich hier auch lernen der Stallgemeinschaft zuzutrauen, dass sie ihren Weg gehen wird, so wie ich das meinen Pferden zutraue.
Bei meiner Herde habe ich Angst vor Veränderung. Aber sonst bin ich ein Mensch, der sich nach Veränderung sehnt. Unsere Gesellschaft, die gesamte Menschheit braucht so dringend Veränderung, damit die Erde überlebt und die Menschen lernen können glücklich zu sein. Hier habe ich Angst, dass wir uns als Menschheit nicht schnell genug Verändern.
Also habe ich gleichzeitig Angst vor Veränderung und Stillstand

Viele von euch schreiben von Existenzangst. Die habe ich auch manchmal, aber nicht so stark. Mir kam dazu eine Idee: Gunther Schmidt hat mal gesagt, dass wir in einer traumatisierten Gesellschaft leben. Und zwar insofern, dass wir traumatisiert davon sind, in unserer Leistungsgesellschaft nicht gut genug funktionieren zu können.
Ich glaube, es ist wirklich ein gesellschaftliches Thema und kein Individuelles: Wir alle haben gelernt, dass mit dem, was mich Glücklich macht, kein Geld zu verdienen ist. Wir haben gelernt, dass Geld verdienen etwas mit Anstrengung, Anpassung und Unterdrückung von eigenen Bedürfnissen zu tun hat. Und nicht mit Spaß. Aber was, wenn es doch geht und wir „nur“ traumatisiert sind. Dann wäre es völlig logisch, dass wir, wenn wir unseren Ruf folgen, der Wunde nicht nur in uns, sondern auch in diesem gesellschaftlichen Trauma begegnen. Ich würde diesen Gedanken gerne weiterspinnen und auch schauen, ob man in den Methoden der Traumaheilung mögliche Lösungsansätze finden kann. Mag hier Jemand mitspinnen?

Unsere Gaben

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Meine Gabe und die Gabe meiner Pferde

Ich strenge mich gerne an, bringe gerne Leistung. Ich weis, dass ich alles lernen kann, wenn ich es will. Es ist kein Zufall dass ich hier als erste Antworte. Ich bin schnell und gut. Ich hätte dafür gerne ein Leckerlie oder zumindest ein Sternchen. Das was ich mache, habe ich von der Picke auf gelernt. Ich will, dass meine Leistung gesehen und anerkannt wird. Ich bin Herdenchefin, weil ich es kann und weil es notwendig ist, nicht weil ich es unbedingt wollte. Ich lehre Andere, wie sie mir helfen und mich entlasten können und dann lerne ich, dass auch anzunehmen und gestehe den Anderen zu, es auf ihre Art zu tun. Aber ich werde immer einen Blick drauf haben. Ich kann von ganzen Herzen lieben, ohne Angst vor Enttäuschung (Maike und Kjesta gemeinsam)

Ich mache es nichts und niemanden recht, die Anderen sollen mich so lieben wie ich bin. Viele Sachen stören mich nicht, aber wenn Jemand nicht wirklich bereit ist, ganz da zu sein und für seine Ziele zu kämpfen, dann mache ich nichts. Gar nichts. Ich verlange Beziehung und Freude am Tun und zwar ganz! Dann kann ich auch piaffieren. Streit stört mich nicht und belastete auch die Beziehung nicht. Weil Streit ist ja auch Beziehung. (Kjesta, und eine Lernaufgabe für Maike).

Ich habe mich aus meinen Ängsten und meinen Zweifeln, nicht gut genug zu sein, bzw. etwas nicht gut genug zu können raus gekämpft. Ich stehe stabil da und kann leiten. Ich bin fröhlich und zuverlässig, belastbar und kann viel tragen. Dabei kann es mir passieren, dass ich mich überfordere und zu spät „Nein“ sage. Ich habe vor fast nichts Angst. Und wenn, dann suche ich mir Jemanden der mich dadurch begleitet. Ich bringe Jeden, der mit mir etwas unternimmt sicher nach Hause. Ich möchte Lernen und neue Abenteuer erleben. (Fuego und Maike)

Ich bin sehr genau. Eine ungenaue Hilfe bringt mich durcheinander. Auch wenn die Hilfe jedes Mal ein bisschen anders ist. Das geht gar nicht. Wer mit mir arbeiten möchte, soll auch an sich arbeiten, damit sein Körper genau das tut, was wir verabredet haben. So mache ich das ja auch. Ich kann selber Entscheidungen treffen und ich liebe Franz und spiele gerne mit ihm (Fuego, was das für Maike heißt weis ich noch nicht)

Ich kann mit Menschen ihre bodenlosen Tiefen anschauen, ohne zurückzuschrecken und zu urteilen. Ich kann Menschen dabei begleiten ihre Visionen für sich zu finden und umsetzten. Ich finde meine Sicherheit, wenn ich anfange etwas zu tun, am besten Körperlich. Ich fühle mich von Gott mich berufen meine Arbeit zu tun. (Wenn ich das so schreibe, hört es sich echt heftig an). (Maike) 
Zusammen sind wir ein gutes Team, wir begleiten Menschen und wir machen das echt gerne.